Tor der Woche

Ausbau der Ganztagsschulen muss trotz politischem Desaster weitergehen!

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Die Lage: Im Sommer 2016 droht von dem beschlossenen, geplanten und finanzierten Ganztagsausbau der Schulen keine Schule realisiert zu werden. Für die Realisierung weiterer Schulen in 2017 liegen in vielen Fällen die Voraussetzungen nicht vor. Damit gerät ein Aushängeschild der Schulreform und der Koalitionspolitik (auch und gerade der Grünen) unter die Räder.

 

Die Ursachen: Der Deputation Kinder und Bildung wurde am 14.01.2016 eine Liste der vollständigen Anträge von 24 Schulen vorgelegt, die – in den allermeisten Fällen mit offiziellem Beschluss der Schulkonferenz – einen Antrag auf Umwandlung in eine GTS gestellt haben. Gleichzeitig wurden von der Bildungsbehörde 8 Schulen ausgewählt, die zur Umwandlung in eine GTS zum Schuljahresbeginn 2016/2017, bzw. 2017/18 vorgesehen waren. 5 dieser von der Behörde ausgewählten Schulen hatten überhaupt keinen Antrag gestellt. 21 derjenigen Schulen, die einen Antrag gestellt hatten, finden sich nicht auf der Liste der für 16/17 vorgeschlagenen Schulen. Zusammen mit dem Faktum, dass Schulen erst im März 2016 aufgefordert wurden, schon zum Schuljahresbeginn am 1. August 2016 eine Umwandlung zur GTS vorzunehmen, erklärt sich das Desaster, nun nur Absagen und enttäuschte Antragsteller zu produzieren.

 

Die Erklärung: Die SPD-Fraktion (im Unterschied zur Behörde) will beim GTS-Ausbau strikt nach Höhe des Sozialindikators der jeweiligen Schule vorgehen. Leider weigern sich Schulen, die aufgrund des Sozialindikators ausgesucht wurden, eine Umwandlung vorzunehmen. Antragstellende Schulen haben hingegen einen zu hohen Sozialindikator. So kommt es, dass die einzige Schule, die einen Antrag gestellt hatte und auch von der Behörde ausgewählt wurde und die bereit war, auch kurzfristig im Sommer 2016 als GTS an den Start zu gehen (Grundschule Uphuser Straße in Osterholz), nicht an den Start gehen kann, da der SPD-Fraktion ihr Sozialindikator zu niedrig ist.

 

Lösung: Die Grüne Fraktion bekennt sich zum GTS-Ausbau und auch zur Rolle des Sozialindikators bei diesem Ausbau, um einen Beitrag zur Armutsbekämpfung in den entsprechenden Stadtteilen zu leisten. Sollte allerdings dieses Vorgehen am Mangel von Schulen in ärmeren Stadtteilen, die bereit sind eine Umwandlung vorzunehmen, scheitern, ist die Grüne Fraktion unbedingt dafür, daran nicht den GTS-Ausbau insgesamt scheitern zu lassen. Bei der Auswahl von Schulen aus dem Kreis der 24 Antragsteller, die – wenn sie rechtzeitig informiert werden – auch an den Start gehen wollen, kann die Höhe des Sozialindikators nach Meinung der Grünen Fraktion eine wichtig Rolle spielen. Eine Komplettblockade des GTS-Ausbaus, die keinem armen Kind in Bremen irgendwelche Vorteile bringt, lehnen wir Grünen ab.

 

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