Tor der Woche

Ein Hoch auf uns? Auf den BUND!

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Die zahlreichen ehrenamtlichen Mitglieder des BUND Bremen, seine ehrenamtlichen Vorstände und die hauptamtliche Crew um Geschäftsführer Martin Rode machen kaum durch überschäumende Großereignisse, wenig durch selbstprofilierende Effekthascherei auf sich aufmerksam. Worauf die Öffentlichkeit schaut, ist eine zwar moderate und kompromissbereite, eine verhandelnde, aber immer konsequente an den tatsächlichen Gegebenheiten orientierte Arbeit mit hoher Kompetenz in Umwelt- und Naturschutzfragen. Dabei geschehen viele Aktivitäten im Kleinen und Verborgenen, aber oft auch mit hoher Effektivität. Graswurzelarbeit sozusagen. Was den BUND Bremen aber darüber hinaus besonders ausmacht, ist der Mut, es auch mit großen, millionenschweren Projekten aufzunehmen, wenn die Argumente schlagkräftig und die politische Gemengelage aber guten Argumenten abträglich ist. Die Öffentlichkeit ahnt nur, welchen Aufwand es bedeutet, 1000e Seiten dicke Genemigungsverfahren und komplizierteste Rechtsmaterien zu studieren und spezialisierte BeraterInnen anzuleiten, zu koordinieren und in langwierigen Rechtsstreitigkeiten zum Erfolg zu führen, wie Martin Rode dies seit Jahren tut.

 

Prominente Beispiele sind aktuell die Verfahren gegen die widersinnige weitere Weservertiefung und den vor Jahren noch sinnvoll erscheinenden, aber inzwischen von der Realität völlig überholten OTB. Die naturschutz- und umweltfachlichen Einwände sind gewichtig genug, um sich der Herkulesarbeit solcher Verfahren zu stellen. Die Windindustrie in Bremerhaven orientiert sich seit langem Richtung Onshore um, wenn sie denn überhaupt weiter am Standort produzieren will. Für das, was noch produziert und auf hohe See vebracht wird, stehen am Containerterminal 1 (CT1) und im Fischereihafen mit vielen Steuer-Millionen schwerlasttauglich gemachte Kajen zur Verfügung. Diese werden, wenn nötig, auch von der ansässigen Industrie benutzt, ohne das es je zu (Kapazitäts-)Problemen gekommen wäre. Und eine Weservertiefung bis hinein nach Bremen wird inzwischen nicht einmal mehr om einst einzigen Interessenten, den Bremer Stahlwerken, verfochten. Wirtschaftliche Gründe: Fehlanzeige.

 

Deshalb kann man dem BUND Bremen nur fest die Daumen drücken und mit ihm auf einen guten Ausgang der Verfahren hoffen. Ich selbst werde dies in Zukunft mit Freuden als frischgebackenes Mitglied tun. Erfolgreiche Mitgliederwerbung durch gute Arbeit statt durch PR-Aktionen. Hut ab!

 

P.S.: An die Verschwörungstheoretiker von der CDU: All dies tut der BUND in Erfüllung seiner eigenen Zielsetzung und seines Auftrages als Umwelt- und Naturschutzverband. Absprachen mit den Grünen bedarf es nicht. Wir Grünen haben die Aufgabe, nicht den BUND stellvertretend für uns nach vorne zu schicken, sondern unser Grünes Haus so aufzustellen, dass es keiner Stellvertreterpolitik bedarf.

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