Tor der Woche

Gutes. Schlecht. Reden. Eine Reaktion auf eure Kommentare

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Für mich haben eure Kommentare eines deutlich gemacht: Wir haben keinen Dissens darüber, dass das Bremische Bildungswesen viele offene Baustellen hat und zahlreicher weiterer Anstrengungen bedarf. Den finanziellen Beitrag dazu werden wir in den kommenden Haushaltsentscheidungen mit weiteren zusätzlichen Schwerpunktmitteln leisten. Ich stimme auch Eurer Analyse zu, dass die gleichzeitige Einführung mehrerer größerer Strukturreformen (Inklusion, Einführung des Zwei-Säulen-Modells mit gestärkten Oberschulen, Ganztagesausbau) bei den herrschenden Haushaltsbedingungen alle Beteiligten unter einen verstärkten Druck gesetzt hat. Dem müssen wir Rechnung tragen. Soweit d'accord.

 

Nur, so frage ich mich, wie soll das gelingen, wenn alle bisherigen Anstrengungen negiert werden? Woher soll die Motivation für die weiteren Verbesserungen kommen, wenn in den Darstellungen so getan wird, als ob schon immer alles schlecht war, heute schlecht ist und sowieso alles immer weiter den Bach runter geht? Vor Ort in den Schulen wird das von den Beteiligten auch keineswegs so gesehen. Die vielen Schulbesuche meiner Fraktion ergeben ein viel differenzierteres Bild. Zahlreiche Baustellen, berechtigte Forderungen aber auch große Zufriedenheit und Stolz auf das , was in vielen Schulen in den letzten Jahren erreicht worden ist.

 

Wollen wir auf dem Weg fortfahren, Schule und Kinderbetreuung eine, vor allem auch finanzielle, Sonderstellung unter unseren Politikbereichen einzuräumen, dann geht das nur, wenn wir eine einigermaßen realistische Eröffnungsbilanz vorlegen. Wenn es anstößig wird, auf die finanziellen Anstrengungen, auch auf die Erfolge im Bildungswesen zu verweisen, wird der Kraftakt nicht gelingen. Ein Fass ohne Boden wird irgendwann nicht mehr gefüllt werden.

 

Vielleicht zum Schluss ein bisher noch nicht erwähntes Beispiel: Natürlich gibt es auch etliche noch nicht oder ungenügend sanierte Schulen in Bremen. Da regnet es rein, die Fenster sind undicht, die Toiletten zum Gruseln. Diese Schulen müssen wir mit weiteren Anstrengungen in Richtung menschen- und unterrichtswürdiger Sanierung anpacken. Gleichzeitig gibt es in Bremen aber auch sehr viele bereits vorbildlich energetisch und baulich sanierte Schulen, in denen, so die einhellige Reaktion, Lernen und Arbeiten Spaß macht, Energie eingespart wird und einem modernen Unterricht nichts im Wege steht. Dafür sind hohe Millionenbeträge eingesetzt worden, die sich unmittelbar auf die Schulkultur auswirken. Lasst uns das nicht verschweigen, sondern positiv daran anknüpfen, als Ansporn, diese und andere Baustellen im Bildungswesen aktiv anzugehen. Am besten gemeinsam.

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