Tor der Woche

Lärmschutz für Bahnanwohner: Jahrzehntelange Blockade beendet!

(Kommentare: 0)

So ist es öfter in der Politik. Im Kleinen wie im Großen. Hat sich eine "Weisheit" oder ein bestimmtes Verhalten erst mal als ganz besonders clever oder schlicht "alternativlos" eingenistet, kriegt man sie so schnell nicht wieder weg.

 

So war es auch in Bremen (und anderswo) in der Frage kann/darf/soll sich Bremen selbst für Lärmschutz an Bahnlinien engagieren, eigene Finanzmittel investieren? Die dazugehörige Alltagsweisheit der Bremer Politik lautete: Bloß nicht! Wo kämen wir da hin? Bloß kein Dammbruch! Wie schön ist es doch, auf die Bahn und den Bund zu verweisen und allen lärmgeplagten Menschen entlang der quer durch Bremen führenden Bahnstrecken, vor allen Dingen der Güterzugrouten, zu antworten: "würden wir gerne, aber wir sind leider nicht zuständig". So etwas nennt man "Schwarzer-Peter-Spiel", eine Lieblingsbeschäftigung von denjenigen in Politik und Verwaltung, die am liebsten nichts ändern wollen.

 

Wie immer in solchen Fällen basierte die Abwehrhaltung auf einer wahren Grundlage. Aber es war nur die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit ist: Bremen MUSS zwar nicht aus gesetzlicher Verpflichtung heraus etwas gegen die Gesundheitsschäden seiner Mitbürger tun, selbstverständlich KANN Bremen aber etwas tun, dort wo Bahn und Bund versagen, bzw. sich mit Haut und Haaren sträuben, die notwendigen Investitionen in die Gesundheit ihrer potenziellen Kunden vorzunehmen.

 

In den diesjährigen Haushaltsberatungen für die Bremischen Haushalte 2012/13 wurde diese ignorante Geisteshaltung endlich durchbrochen. Der Beirat Mitte und sein Ortsamtsleiter hatten mit ihrem ernst gemeinten Engagement für die Anwohner der so genannten Oldenburger Kurve und des neuen Güterzuggleises 1, mit einer gewieften Strategie der "fürsorglichen Inobhutnahme" eines für den Gleisbau nötigen Grundstücksverkaufes und mit dem geschickten Zusammenführen von Betroffeneninteressen, Expertenwissen und Politik den Durchbruch vorbereitet.

 

Jetzt stimmt die alte Halbwahrheit immer noch: Die Bahn AG muss mehr für die lärmgeplagten Anwohner tun und der Druck auf sie muss auf allen Ebenen aufrecht erhalten werden. Der Bund muss endlich längst überholte Gesetze und Bestimmungen ändern, um Lärmschutz an der Bahn zu erleichtern. Aber die zweite Hälfte der Wahrheit ist jetzt dazu gekommen: Bremen wird in diesem und dem nächsten Jahr zusammen 1,3 Mio. Euro für Lärmschutz zur Verfügung haben. Das Programm wird in den nächsten Jahren weitergehen. Eine von viel zu vielen Blockaden der richtigen Politik wurde damit überwunden. Auf zur nächsten!

Zurück

Einen Kommentar schreiben