Tor der Woche

OTB und die Cuxhavener Siemens-Entscheidung: Richtige Fragen statt Schönrednerei

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Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Die Förderung der Off-Shore-Windkraft ist der beste Weg, gleichzeitig Klimaschutz, Energiewende und Bremerhavener Wirtschaft und Beschäftigung voran zu bringen. Windkraft an Land kann alleine die Ausbauziele der regenerativen Energien nicht schaffen. Bei allen ökologischen Sensibilitäten müssen wir deshalb klar auf Off-Shore setzen. Die neuen Aufträge im Kreuzfahrt-Schiffbau für dei Lloyd-Werft sind für Bremerhaven hervorragend, aber sie ersetzen den grundsätzlichen Strukturwandel von Schiffbau und Fischerei zur Windkraftindustrie weder bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit noch bei den Steuereinnahmen und Zuliefereffekten.

Stellt sich also dir Frage, womit wir den Erhalt und Ausbau der Windkraft in Bremerhaven am effektivsten fördern. Bisher waren wir stolz auf den kompletten Wertschöpfungskreislauf von Forschung und Entwicklung (in Firmen oder bei Fraunhofer und Hochschule) über Planung und Projektierung, bis hin zur Fertigung, Vermarktung und Distribution. Letzere wird zur Zeit ziemlich problemlos über vorhandene, nicht genutzte, Flächen am Container-Terminal 1 (CT1) und auf der ABC-Halbinsel abgewickelt. Fachinterne Stimmen aus der Branche jenseits der offiziellen Verlautbarungen sehen kein Problem, diese Lösung auch in den kommenden Jahren zu nutzen. Bliebe die schwierige, aber eigentlich ziemlich luxuriöse Frage, ob die für den OTB eingeplanten Investitionsmittel nicht besser zum Beispiel für weiteren Gewerbeflächenausbau (Luneplate), Infrastruktur (Umnutzung Flughafengelände), Erneuerung von Kajen und Transportwegen, für weitere Förderung von Forschung und Entwicklung (Ausbau der Hochschule Brmerhaven und weiterer Forschungseinrichtungen) und für notwendige Subventionen zur Neuansiedlung von Unternehmen (wie gerade in Cuxhaven) ausgegeben werden sollen?

Darauf nur zu antworten, "Einmal OTB - immer OTB", und jedes kritische Nachdenken als Landesverrat hinzustellen, ist für eine rot-grüne Regierung unwürdig. Der Gründungsimpuls von Rot-Grün 2007 war die Kritik an diesem Verhalten der alten rot-schwarzen Koalition. Sollten acht Jahre reichen, um genauso zu werden?

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