Tor der Woche

Werder kann sich nicht nach Europa schnacken

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Die Mannschaft muss schon Tore schießen und verhindern

Es ist super, dass Werder einen Trainer hat, der nicht nur viel Ahnung vom Fußball sondern auch beachtliche Fähigkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit hat. Dem Verein tut das sichtbar gut. In Kombination mit dem Manager und anderen Verantwortlichen prägt er ein umfassend positives Image. Diese Arbeit wird gut bezahlt, ist aber eigentlich unbezahlbar.

Je professioneller und besser die Außendarstellung wird, umso heikler wird allerdings der Bruch, wenn die nackten Zahlen der Ergebnisse und Tabellenstände nicht mithalten können. In der letzten Saison war die sportliche Performance - verglichen mit den Vorjahren - deutlich verbessert. Die mageren Resultate gegen die underdogs der Liga verhinderten allerdings sogar einen möglichen Championsleagueplatz. Den Finaleinzug im Pokal verhinderte der Schiri nach Top-Leistungen gegen den BVB und die Bayern. Shit happens.

Am letzten Samstag konnte man den Effekt wieder besichtigen. Düsseldorf war praktisch schon im Vorfeld (rhetorisch) geschlagen. Auf dem Platz war die Abwehr allerdings schon wieder so löcherig und teilweise peinlich, dass man sich auch hätte 4 oder 5 Gegentore einfangen können. Bei 0 selbst herausgespielten Chancen der Fortunen. Der Angriff spielte nicht nur den Gegner sondern auch sich selbst so schwindelig, dass selbst beste Chancen reihenweise versiebt wurden. Unkonzentriertheit im Gefühl der eigentlichen - vorher ausführlich propagierten - Überlegenheit eines Europa- vs. einen Abstiegskandidaten?

Am besten wiederstehen alle Verantwortlichen dem ungeheuren Druck der Medien, immer und allezeit irgendetwas äußern zu müssen. Natürlich weinen dann der Weser-Kurier, Radio Bremen, die Deichstube, der Kicker. Wenn ein paar Mal die Resultate stimmen und die Mannschaft gewinnt, können Trainer und Manager aber umso nachhaltiger hochgesteckte Ziele formulieren. Es ist besser, für die rhetorischen Sahnehäubchen auf einem von der Mannschaft lecker gebackenen Kuchen zu sorgen, als sich den Mund am kalten Kaffee des Teams zu verbrennen. Enttäuschung ist die Differenz zwischen Erwartung und Ergebnis. Um die Fans nicht weiter zu enttäuschen, sind jetzt erst einmal die Fußballerbeine dran. Torjubel ist eben doch die beste Öffentlichkeitsarbeit.

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