Tor der Woche

Werder noch besser machen - dem Jugendkonzept eine klare Struktur geben

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Pro Generation kollektiv auf rund 10 junge Spieler zu setzen, die dann je nach Situation und Tagesform zwischen 1. bzw. 2. Mannschaft und dem Bermuda-Dreieck dazwischen pendeln, macht keinen Sinn. So geschehen mit der letzten Youngster-Generation der Thy, Trybull, Trinks, Füllkrug, Hartherz, Wurtz und wer war da eigentlich noch alles? Allesamt heute irgendwo in der zweiten Liga. Oft auf der Bank. Wenn überhaupt im Kader. Damals wie heute: keine Struktur, keine Prioritäten, kein Gesicht, auf das der Verein vor allem setzt, kein Spieler, dem wirklich zuzutrauen ist, die Bundesligamannschaft nachhaltig zu verstärken. Eher ein Einheitsbrei von Mittelmäßigkeit und fehlender klarer Ausrichtung.

 

Genauso – nur noch krasser – heute: Aycicek, Yildirim, Grillitsch, Eggestein, Fröde, Hilßner, Zander, von Haacke, Busch, Hüsing, Lorenzen, Sternberg. Im Verein und draußen wird niemandem deutlich, auf wen der Verein eigentlich setzt, wem er wirklich den Sprung zutraut, auf wessen Talente man sich wirklich konzentrieren will. Hier ist der kollektive Weg auf die Ersatzbänke der 2. Liga schon vorgezeichnet. Dass es auch anders, strukturierter, fokussierter, geht, beweisen andere Bundesligavereine. Schalke setzt auf Meyer und Sané, Stuttgart auf Werner, Frankfurt auf Stendera, Leverkusen auf Brandt und Tah und immer so weiter. Das sind genau die jungen Spieler, von denen nach Besichtigung ihres Talentes und ihrer Mentalität wenigsten die Annahme besteht, dass sie es schaffen könnten. Also sind sie im Bundesligakader, spielen auch. Manchmal von der Bank kommend, manchmal früher ausgewechselt, manchmal 90 Minuten durch, manchmal gar nicht. Aber es gibt eine klare Linie des Aufbaus für eine tragende Rolle in der Bundesliga – keine Zweideutigkeiten zwischen Abstellgleis, 3. oder 4. Liga und gelegentlichen Gastspielen in der 1. Mannschaft.

 

Die Lösung: aus dem heutigen Kollektiv im Bermuda-Dreieck zwischen 1. und 3. Liga all diejenigen identifizieren, von denen man Stand heute annehmen muss, dass sie den Sprung nicht schaffen. Das ist nach heutigem Leistungsstand leider die klare Mehrheit. Statt dessen versuchen, sie durch kontinuierliches Spielen in einer eingespielten 2. Mannschaft zu guten 3.-.oder 2.-Liga-Spielern zu machen. Das könnte den Klassenerhalt in der 3. Liga und eventuell noch ein paar Euro für den Verein durch spätere Verkäufe sichern. Bei andauernd herausragenden Leistungen in der 3. Liga könnten sie immer noch eine Chance in der Bundesliga erhalten.

 

Die anderen (Wenigen) mit Perspektive sollten endlich kontinuierlich im Bundesligakader ankommen und konzentriert mit Geduld und Vertrauen langfristig aufgebaut werden. Nur so trägt die hervorragende Arbeit aller Werder-Verantwortlichen von der Pampers-Liga bis zur A-Jugend wirklich Früchte für eine erfolgreichere Werder-Zukunft in der Bundesliga und irgendwann auch wieder im von den Fans heiß ersehnten europäischen Wettbewerb.

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